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SeedSigner einrichten —
von der leeren microSD bis zur ersten signierten Transaktion.

Ein SeedSigner kommt absichtlich ohne Software. Diese Anleitung geht die erste Stunde komplett durch: Image laden und prüfen, Karte flashen, Seed mit Würfeln erzeugen, Wallet per QR-Code verbinden und eine Testtransaktion signieren. Keine Kommandozeile nötig, etwa 45 Minuten.

⏱ etwa 45 Minuten🧰 microSD-Karte + Kartenleser + Würfel🖥 gilt für jedes fertige Gerät und das Kit

Was du brauchst

  • Einen SeedSigner: ein fertiges Gerät oder das zusammengebaute DIY-Kit. Pi Zero, Display und Kamera müssen verbunden sein.
  • Eine microSD-Karte, 4 GB oder mehr, und einen Kartenleser für den Rechner. Die Karte bleibt im Gerät; sie enthält nur das Betriebssystem, nie deinen Seed.
  • Eine USB-Stromquelle: ein Handy-Ladegerät oder eine kleine Powerbank. Der SeedSigner hat keinen Akku und sollte im Betrieb nicht am Rechner hängen.
  • Einen oder mehrere Würfel für den Seed, dazu Stift und Papier. Stahl-Backup später.
  • Eine Wallet-App auf Handy oder Rechner, die QR-Codes scannt: Sparrow (Desktop), BlueWallet oder Nunchuk (Mobil), Specter.

Warum keine Karte in der Box liegt. Ein Signiergerät mit vorinstalliertem Image heißt: dem Verkäufer vertrauen. Flashst du selbst aus dem offiziellen Repository, endet die Vertrauenskette bei dir, nicht bei uns. Der Dark-Skippy-Angriff von 2024 hat gezeigt, dass bösartige Firmware einen Seed über harmlos aussehende Signaturen abfließen lassen kann – genau deshalb ist dieser Schritt deiner.

1 · Image laden und prüfen

Öffne github.com/SeedSigner/seedsigner/releases und dort das neueste Release. Lade drei Dateien: das Image für den Pi Zero (der Name enthält pi0 und endet auf .img.zip), die Datei mit den SHA256-Prüfsummen und deren Signaturdatei (.asc).

Prüfsumme vergleichen. Unter Windows PowerShell öffnen und Get-FileHash .\seedsigner_os…img.zip ausführen; unter macOS oder Linux sha256sum seedsigner_os…img.zip. Das Ergebnis mit der Zeile für deine Datei in der Prüfsummenliste vergleichen. Ein falsches Zeichen heißt: Download beschädigt oder manipuliert.

Signatur prüfen. Die Prüfsummenliste ist mit dem Projektschlüssel von SeedSigner signiert. Den Schlüssel einmal aus den Release-Notes oder der README ins GPG importieren, dann gpg --verify seedsigner_os…sha256.asc. Eine gültige Signatur vom SeedSigner-Schlüssel heißt: die Prüfsummenliste selbst ist echt. Dieser Schritt schützt dich gegen eine manipulierte Download-Seite.

Wenn GPG neu für dich ist: heute die Prüfsumme, die Signatur an einem ruhigen Abend. Beides zusammen ist die vollständige Prüfung, die Prüfsumme allein fängt schon einen kaputten Download ab.

2 · microSD-Karte flashen

Image entpacken. Dann mit dem Raspberry Pi Imager („Eigenes Image“ wählen und die .img-Datei nehmen) oder mit balenaEtcher auf die Karte schreiben. Beide sind kostenlos, beide laufen unter Windows, macOS und Linux. Richtiges Laufwerk wählen, das Schreiben dauert ein bis zwei Minuten.

Danach meckert der Rechner womöglich, die Karte sei unlesbar, und bietet das Formatieren an. Nicht tun. Die Karte enthält jetzt ein Linux-Dateisystem, das Windows und macOS nicht anzeigen können. Auswerfen und in den SeedSigner stecken.

3 · Erster Start

USB-Strom anschließen. Das Display bleibt kurz dunkel, zeigt dann das SeedSigner-Logo und nach etwa 30 bis 60 Sekunden das Hauptmenü. Der erste Start dauert am längsten, spätere gehen schneller.

Gehe auf Tools → Camera und halte das Gerät auf irgendetwas. Siehst du ein Livebild, ist die Kamera richtig angeschlossen. Bleibt das Bild schwarz: Strom weg und das Flachbandkabel prüfen, das ist der häufigste Montagefehler beim Kit.

Unter Settings kannst du die Sprache einstellen und bei Bedarf die Display-Ausrichtung drehen. Netzwerk-Einstellungen gibt es nicht; das Gerät hat kein Netz, da ist nichts zu konfigurieren.

4 · Seed mit Würfeln erzeugen

Wähle Seeds → Create a seed → Dice rolls. Der SeedSigner verlangt 50 Würfe für einen 12-Wörter-Seed oder 99 Würfe für 24 Wörter. Mit einem echten Würfel würfeln, jede Zahl eingeben, kein ausgedachtes Muster tippen. Der Zufall kommt aus den Würfeln, das Gerät macht daraus nur Wörter.

Danach zeigt das Gerät die Wörter. Von Hand aufschreiben, in Reihenfolge, nummeriert. Einmal gegenlesen. Papier reicht für heute, das Stahl-Backup ist die Aufgabe der nächsten Woche.

Optional: der SeedSigner kann den Seed als SeedQR anzeigen. Diesen kleinen QR-Code zeichnen oder drucken, und du lädst den Seed in zwei Sekunden per Kamera statt 24 Wörter zu tippen. Den SeedQR genau wie die Wörter behandeln: wer ihn hat, hat deine Coins.

Das Gerät vergisst. Ein SeedSigner hat keinen Speicher für deinen Seed. Strom weg, Seed weg. Zum Signieren lädst du ihn jedes Mal neu, aus den Wörtern oder vom SeedQR. Das ist das ganze Sicherheitsmodell: aus der Hardware gibt es nichts zu stehlen.

5 · Wallet verbinden

Die Wallet-App beobachtet deine Coins und baut Transaktionen. Der SeedSigner signiert nur. Damit beide zusammenarbeiten, braucht die Wallet deinen erweiterten öffentlichen Schlüssel (xpub); damit kann sie Adressen ableiten, aber nie ausgeben.

Mit geladenem Seed Export Xpub wählen, Single-Sig und Native SegWit nehmen, wenn nichts dagegen spricht, und die Wallet-Software aus der Liste wählen. Der SeedSigner zeigt den xpub als QR-Code.

In der Wallet: Sparrow → File → New Wallet → Airgapped Hardware Wallet → SeedSigner → Scan QR. BlueWallet → Wallet hinzufügen → Importieren → Scannen. Nunchuk → Add key → SeedSigner. Code mit der Webcam oder der Handykamera scannen, Wallet benennen, fertig.

Eine Empfangsadresse auf beiden Seiten prüfen: die Wallet zeigt sie, der SeedSigner kann sie unter Address Explorer gegenprüfen. Stimmen sie überein, ist die Verbindung richtig. Jetzt einen kleinen Testbetrag an die Adresse schicken.

6 · Erste Transaktion signieren

In der Wallet eine Transaktion bauen, zum Beispiel den Testbetrag zurück an die Börse oder an eine zweite eigene Adresse. Die Wallet zeigt die unsignierte Transaktion (eine PSBT) als animierten QR-Code.

Am SeedSigner mit geladenem Seed: Scan. Das Gerät so halten, dass die Kamera den ganzen Code sieht; es sammelt die Frames und zeigt die Transaktion: Betrag, Zieladresse, Gebühr. Die Adresse auf dem Display lesen, nicht am Rechner. Für diesen Moment gibt es das ganze Gerät.

Bestätigen. Der SeedSigner zeigt die signierte Transaktion als QR-Code; den in die Wallet zurückscannen, die sendet sie ins Netz. Dann den SeedSigner ausschalten. Seed weg, erledigt.

Ab hier ist die Routine immer gleich: Seed laden, scannen, prüfen, signieren, zurückscannen, ausschalten. Beim dritten Mal dauert es zwei Minuten.

FAQ

Muss ich die Signatur prüfen, oder reicht die Prüfsumme?

Die Prüfsumme beweist, dass die Datei unversehrt angekommen ist. Die Signatur beweist, dass die Prüfsummenliste von den SeedSigner-Entwicklern stammt. Wer den Download austauschen könnte, könnte auch die Prüfsummenliste austauschen; das fängt nur die Signatur. Beides machen, die Signatur sobald du mit GPG klarkommst.

Kann ich einen vorhandenen Seed aus einer anderen Wallet nutzen?

Ja. Seeds → Load a seed → Type in words wählen und die 12 oder 24 Wörter eingeben. Jeder BIP39-Seed funktioniert, auch mit Passphrase. Nur: einen Seed in ein neues Gerät zu tippen ist der Moment, in dem man allein und unbeobachtet sein sollte.

Was ist mit einer Passphrase?

Nach dem Laden des Seeds kannst du eine BIP39-Passphrase hinzufügen. Sie erzeugt aus denselben Wörtern eine komplett andere Wallet; xpub-Export und jede Signatur nutzen dann diese Kombination. Passphrase vergessen heißt Coins weg, also getrennt von den Wörtern notieren.

Die Kamera scannt den animierten QR-Code nicht. Was nun?

Den Code am Bildschirm größer machen, die Bildschirmhelligkeit etwas senken und das Gerät ruhig in 15 bis 25 cm Abstand halten. In Sparrow kann man unter Preferences außerdem die QR-Dichte senken, wenn der Code zu viele Frames hat.

Noch kein Gerät?

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