Beide Geräte signieren Bitcoin-Transaktionen offline. Der Unterschied ist, wohin dein Vertrauen geht: in ein Secure Element eines Herstellers oder in Standardteile und Code, den du lesen kannst. Das hier ist ein Vergleich aus einem Shop, der nur eines der beiden verkauft, deshalb nennen wir zuerst die Nachteile.
Kein Secure Element. Eine Coldcard speichert deinen Seed in einem eigenen Chip, der physischem Auslesen widersteht. Ein SeedSigner speichert nichts; dein Seed liegt auf Papier, Stahl oder einem SeedQR, und du lädst ihn jedes Mal. Wer dein Backup stiehlt, hat deine Coins, ohne PIN dazwischen. Der Schutz liegt dort, wo du das Backup aufbewahrst, nicht im Gerät.
Mehr Aufwand pro Transaktion. Seed laden, scannen, signieren, zurückscannen, ausschalten. Eine Coldcard mit PIN ist in zehn Sekunden bereit. Wer mehrmals die Woche signiert, merkt das.
Nur QR. Keine microSD-Übergabe, kein NFC, kein USB-Datentransfer. Kann deine Wallet-Software keine QR-Codes zeigen und scannen, nützt dir ein SeedSigner nichts. Sparrow, Specter, BlueWallet, Nunchuk und Keeper können es.
Standardteile sind Standardteile. Ein Raspberry Pi Zero wurde nicht als Sicherheitsgerät entworfen. Kein Manipulationsschutz, kein Glitching-Schutz, keine Lieferketten-Attestierung. Das Argument dafür ist ein anderes: Weil die Teile generisch sind, gibt es nichts Spezifisches anzugreifen, und du bekommst sie überall.
Du kannst es prüfen. SeedSigner ist Open Source unter MIT-Lizenz; Hardware, Software und Bauanleitung sind öffentlich, und das Projekt pflegt eine Community, keine Firma. Die Coldcard-Firmware stand bis November 2020 unter GPLv3; seitdem unter MIT plus Commons Clause, die Lesen, Bauen und Verändern erlaubt, aber nicht, etwas darauf Basierendes zu verkaufen. Die FAQ der Commons Clause sagt es in einem Satz: das ist kein Open Source. Coinkite nennt den Code deshalb inzwischen „verifizierbar“, nicht Open Source.
Nichts zu beschlagnahmen, nichts zu knacken. Ein zustandsloses Gerät trägt ausgeschaltet kein Geheimnis. Verloren, gestohlen, an der Grenze durchsucht: da ist nichts drauf. Nur dein Backup zählt, und wo das liegt, entscheidest du.
Keine Hersteller-Abhängigkeit. Verschwindet die Firma hinter einer Hardware-Wallet, ändert ihre Lizenz oder liefert ein schlechtes Firmware-Update, hängst du an ihr. Ein SeedSigner ist ein Pi Zero, ein Display und eine Kamera. In zehn Jahren baust du immer noch einen aus Ersatzteilen und dem öffentlichen Code.
Du siehst jedes Mal, was du signierst. Adresse, Betrag und Gebühr auf einem Display ohne jede Verbindung zu dem Rechner, der die Transaktion gebaut hat. Das versprechen beide Geräte; der SeedSigner liefert es, ohne dass du einem Secure Element vertrauen musst, das du nicht prüfen kannst.
Preis. Ein DIY-Kit kostet ab 85,00 €, ein fertiger SeedSigner+ ab 169,00 €. Eine Coldcard Mk5 steht mit 219 US$ im Shop, die Q mit 319 US$ (Herbst 2026), vor Versand aus Kanada, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer; in der EU angekommen sind das etwa 230 bis 350 €.
Der Weckruf vom Sommer 2026. Am 20. August 2026 legte Coinkite offen, dass ein Fehler vom März 2021 die Entropie neu erzeugter Seeds auf mehreren Coldcard-Generationen von 128 auf etwa 40 Bit gedrückt hatte: Eine Namenskollision zweier Funktionen tauschte den Hardware-Zufallsgenerator stillschweigend gegen den Software-Zufall von MicroPython. Angreifer rechneten die schwachen Seeds ab dem 30. Juli durch und holten rund 1.800 BTC von über 8.000 Adressen, bevor die korrigierte Firmware (5.6.1 / 1.5.1Q) kam und Besitzer auf frische Seeds umziehen mussten. Der Fehler lag fünf Jahre in öffentlich lesbarem Code. Das ist das Argument für ein Gerät, bei dem du den Zufall selbst mitbringst, aus Würfeln, und bei dem jeder den Code, der daraus Wörter macht, bauen und testen kann.
| SeedSigner | Coldcard | |
|---|---|---|
| Lizenz | MIT, komplett Open Source | einsehbar, Veränderung und kommerzielle Nutzung nicht erlaubt |
| Seed-Speicher | keiner, zustandslos; pro Sitzung geladen | Secure Element, PIN-geschützt |
| Datenübergabe | nur QR-Codes | microSD, NFC, USB; QR bei der Q |
| Hardware | Raspberry Pi Zero, Waveshare-Display, Pi-Kamera; gedrucktes Gehäuse | eigene Platine, ein Hersteller |
| Entropie | Würfel, Kamerabild oder Gerät; nachvollziehbar | Geräte-RNG, Würfel optional |
| Multisig | ja | ja |
| Preis | Kit ab 85,00 €, fertig ab 169,00 € | 219 / 319 US$ Listenpreis, etwa 230 bis 350 € in der EU angekommen |
| Versand aus | Deutschland, EU-weit | Kanada |
Nimm eine Coldcard, wenn du oft signierst, lieber eine PIN als ein Backup-Ritual willst und damit leben kannst, einem Hersteller und seinem Secure Element zu vertrauen. Es ist ein gutes Gerät; diese Seite gibt es, weil Leute uns nach der Alternative fragen, nicht weil die Coldcard schlecht wäre.
Nimm einen SeedSigner, wenn du prüfen statt vertrauen willst, ein paar Mal im Monat signierst, ein solides Stahl-Backup hast oder planst und dir die Idee gefällt, dass das Gerät selbst für einen Dieb wertlos ist. Es ist außerdem der günstigere Weg zu Multisig: drei SeedSigner kosten weniger als eine Coldcard Q.
Nimm beide, wenn du Multisig nutzt. Verschiedene Geräte verschiedener Hersteller in einem Quorum ist das Setup, bei dem dich ein Fehler in einem einzelnen Gerät nichts kostet.
Er ist an einer anderen Stelle sicher. Ein Secure Element schützt einen Seed, der auf dem Gerät gespeichert ist. Ein SeedSigner speichert keinen Seed, also gibt es für den Chip nichts zu schützen. Die Frage wandert zum Backup: Stahl, versteckt, vielleicht aufgeteilt oder mit Passphrase. Ist dein Backup schlampig, ist eine Coldcard sicherer. Ist es gut, hat der SeedSigner nichts zu verlieren.
Ja, es ist ein Standard-BIP39-Seed. Wörter in den SeedSigner tippen, Passphrase ergänzen falls genutzt, xpub exportieren und die erste Empfangsadresse mit der bestehenden Wallet vergleichen. Stimmen sie überein, steuern beide Geräte dieselben Coins. Viele machen genau das als Wiederherstellungstest.
Weil eine vorgeflashte Karte dich zwingen würde, uns zu vertrauen. Du lädst das Image vom SeedSigner-Projekt, prüfst die Signatur und flashst selbst. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung braucht dafür etwa zehn Minuten.
SeedSigner+, Rugged Pill, Aluminium-Edition oder das DIY-Kit. Gedruckt und montiert in Deutschland, 7 % Rabatt bei Zahlung mit Bitcoin.